Wochenend’ und Sonnenschein

26.07.2010

Da herrscht wochenlang Hitze bis zum Umfallen, aber wenn sich die Liebste und ich ein Mal auf’s Motorrad schwingen wollen, um zwei Tage durch’s Erzgebirge zu cruisen, dann regnet’s wie aus Eimern.
Freitag Stützpunktanreise zu unseren Freunden ins schöne Fichtelgebirge, aber vor dem Abendessen – eigentlich war Grillen im Garten geplant – hat der Herrgott erst einmal eine Regenwand aufgestellt, die sich – also uns – gewaschen hatte.

Durchnässt

Ehrlich, ich bin selten mit dem Auto durch einen solchen Regen gefahren, geschweige denn mit dem Moped. Teilweise ohne jede Sicht und um 18:00 Uhr (im Juli !!!!) bei stockfinsterer Nacht. Wir waren so durchnässt, wir hätten unsere Klamotten bis zum nächsten Tag gar nicht trocken bekommen.

Schuhtrocknung

Zum Glück schüttet es die ganze Nacht und so dürfen wir am nächsten Tag zu viert mit dem Auto ins Vogtland fahren, wo das Patenkind unserer Freunde nebst Freund wohnt. Der ist ein begnadeter Harfenspieler und studiert im malerischen Marktneukirchen an der dortigen Hochschule Instrumentenbau. Schöne Gelegenheit, mal das Gitarrenmuseum der Firma Framus zu besuchen. Wollte ich schon lange einmal tun, nachdem ich vor Jahren eine kleine Jazzgitarre dieser Firma gekauft hatte, die auf Monat und Jahr genau so alt ist, wie ich.

Hat Spaß gemacht, dem jungen Mann beim Harfe spielen zuzuhören, vor allem zuzusehen und die alten Gitarren im Museum zu bestaunen. Jahrzehnte lang hatte die Firma Framus gleich hier in unserer Nachbarschaft, im fränkischen Bubenreuth ihre Produktionsstätten und von dort aus die Welt mit Gitarren beliefert.

Stromgitarren aus alten Tagen

Im oberen Stockwerk des Museums darf man moderne Stromgitarren aus aktueller Produktion antesten. Weil an dem fetten Nussbaum-Amp allerdings nur eine Gitarre eingestöpselt werden kann und sich ein junger Nachwuchs-Hendrix die schönste Klampfe, ganz in weiß geschnappt hat, muss ich Bass spielen. So ergibt sich eine nette, kleine Museums-Session, während draußen der Regen langsam nachlässt.

Museums-Session bei Framus

Am Nachmittag besuchen wir ein ein historisches Sägewerk. Ursprünglich von einer Dampfmaschine betrieben, sind hier bis in die 90er Jahre des letzten Jahrhunderts über zahlreiche Rollen und Lederriemen, die von einer aufwändig konstruierten Transmission gesteuert wurden, diverse Sägen, Hobel- und Schleifmaschinen betrieben worden, von denen heute noch vier hintereinandergeschaltete Sägen aktiv sind, die den Produktionsgang veranschaulichen, wie aus einem meterdicken Baumstamm millimeterdünnes Instrumentenfurnier entsteht.

Historische Sägewerktransmission

Im Anschluss Kaffee und Kuchen im Restaurant Heiterer Blick auf dem Hausberg von Marktneukirchen, wo endlich eine sich mir seit langem gestellte Frage beantwortet wird: was ist eigentlich aus dem schnellen Raumkreuzer Orion geworden?

Die letzte Ruhestätte des schnellen Raumkreuzers Orion: eine Ausflugsgaststätte im Vogtland

Am Sonntag dann endlich Moped fahren. Der Regen ist vorbei, die Sonne kommt raus. Ab ins Kurvenreich. Freund Erwin hat eine schöne Route über Thüringen, die Saale-Stauseen, den Frankenwald, das Coburger Land, die fränkische Schweiz und Nordbayerns größtem Motorradtreff – Kathi Bräu – ausgearbeitet.
Dort hat die Firma Yamaha zum Antesten der neuesten Motorradmodelle eingeladen. Entsprechend voll ist’s. Mopeds, soweit das Auge reicht. Die Liebste meint, würden Außerirdische hier, also bei der Kathi an einem Wochenende landen, bekämen sie einen völlig falschen Eindruck von der Menschheit.

Wir quetschen uns an einen Tische zu zwei Bunten, Gebückten (das sind Mopedfahrer, deren Rennanzug in der Farbe ihrer Stummellenkermaschinen, meist in grellen Grün-, Rot- oder Gelbtönen gehalten sind). Wir bestellen Kaffee und Kniekiechla. Als die Bunten, Gebückten abrücken, nimmt ein Mann mit hübscher Asiatin und zwei Rottweilern an unserem Tisch Platz. Er ist offenbar der Witzbold unter den Hundezüchtern, denn er geruht zu bemerken, dass die Hunde keine Motorradfahrer leiden können. Wenn ich meines Lebens überdrüssig wäre, oder etwas Action erleben möchte, sagt er zu mir und lässt eine fiese Lache hören, dann solle ich ruhig mal den Helm aufsetzen, ich würde schon sehen, was dann passiert; er sei nur hier, um die Hunde zu konditionieren. Wir lachen gequält, zahlen und gehen, ohne in unmittelbarer Nähe der Köter die Helme aufzusetzen. Blödmann!

Schließlich noch ein Rundgang durch die vielen, vielen Mopeds. Ein paar Fachgespräche, ein paar Liebäugeleien, ein paar Fotos. Dann trennen sich die Wege. Unsere Freunde fahren zurück ins Fichtelgebirge, wir auf ein paar Umwegen nach Hause. Schön war’s, machen wir demnächst wieder. Hoffentlich dann ohne Einführungsdusche.

Yamaha - old fashioned and twin stroked


Die Wunderwand der Woche – Nr. 20

25.07.2010

Als Hommage an die schier endlose Kreativität derjenigen, die bei Youtube eine Akustik-Version des guten, alten Oasis-Songs Wonderwall hochgeladen haben, gibt es jeden Sonntag die Wunderwand der Woche.

Heute: Tyler Ward, der mit verschiedenen Kameraeinstellungen und diversen Overdubs viel Aufwand betrieben und ein sehr schöne Wunderwand aufgestellt hat.


Alter Freund

22.07.2010

Gestern abend rief die Vergangenheit an. Alter Freund aus alten Tagen, mit altem, lange nicht mehr gehörten Dialekt und altgewordener Stimme. Auch ein paar alte Ansichten dabei.
Pferde schälen, Äpfel stehlen – auch schon mal umgekehrt. Weißt Du noch? Weiß ich selbstverständlich noch! Wir wissen alles noch. Naja, das meiste.

Alter Freund hat einen abenteuerlichen Lebenslauf. Erst Beamter, dann Weltreisender, dann wieder Beamter. Jetzt krank. Seit Jahren schon. Bandscheibengeschichte, keine Ahnung, wie der lateinische Begriff dafür lautet. Jedenfalls austherapiert. Hilft nur noch Morphium, inzwischen nur noch mit Dosierungen, die unter’s Betäubungsmittelgesetz fallen.

Die alte Mutter vom Alten Freund ist in der geschlossenen Abteilung eines Altenheims, weil sie früher immer abgehauen ist. Jetzt aber hat sie sich ausgeknipst. Sie kennt niemanden mehr, starrt ins Leere, muss gefüttert werden. Als Alter Freund sie im Rollstuhl gestern durch den Anstaltsgarten geschoben hat, hat er ein Mandra gemurmelt, erzählt er mir. Das macht man so, wenn man wie er Buddhist ist. Er hat dabei Energie gespürt, mächtige Energie und erfuhr am Abend von seiner Liebsten, dass sich einige Buddhismus-Meister in der Schweiz zur gemeinsamen Meditation getroffen haben. Daher weht die Energie.

Alter Freund hat spät geheiratet. Sie, Buddhistin und Psychologin und Ex-Ex-Jugoslawin und nett. Eigentlich viel zu nett für ihn. Hat er gar nicht verdient, der Alte Freund. Nö, nur ein schlechter Alter-Freund-Scherz. Natürlich hat er sie verdient.
Jedenfalls kämpft er jetzt mit Behörden und Vertrauensärzten und Berufsgenossenschaften um die Anerkennung seiner Arbeitsunfähigkeit und gegen die Müdigkeit, weil die Medikamente immer stärker werden und gegen den Schmerz, weil die Medikamente immer schwächer wirken. Und Midlife-Crisis ist natürlich auch dabei. Alter Freund wird in zwei Wochen fünfzig.

Er lädt mich zum Geburtstag ein. Ich muss leider absagen, weil just an diesem Tag die Liebste ihren (ich verrate nicht den wievielten, aber auch runden) Geburtstag feiert. Tja, schade.

Dann noch ein paar gemeinsame Bekannte durchhecheln, deren Kinder jetzt so alt sind, wie wir damals, als wir uns fast täglich getroffen haben. Der eine ist computerspielsüchtig, der andere wird Vater, der Dritte ist seit zwei Jahren in Irland. Manchmal schnauft der alte Freund schwer.

Er kommt auf’s Elternhaus zu sprechen. Das will er jetzt auch endlich einmal klären. Das Haus seit Jahren leer. Verkauf steht an. Die Schwester zieht nicht so recht mit. Der Alte Freund plaudert ein wenig über Bankkonten, und Wertpapierdepots, die er alle verwalten muss. Vom verstorbenen Vater und von der Mutter und auch von der Schwester. Verluste sind auch dabei. Aktienzeugs halt, das sich längst abgestoßen gehört. Scheiß Banker, die wollen immer, dass man einen Schlussstrich zieht, verkauft und neu kauft, damit sie Provision kassieren können. Verbrecher, alle Verbrecher, schimpft der alte Freund. Ich grinse. Geldsorgen habe ich nicht, witzle ich. Wer kein Geld hat, hat auch keine Geldsorgen.

Irgendwann geht dem Alten Freund die Luft aus. Mir auch. Wir haben alles durch. Fast zwei Stunden sind vorbei. Die Verabschiedung dauert lang, weil dem Alten Freund und mir abwechselnd immer noch etwas einfällt. Dann sind zwei Stunden vorbei. In zwei Wochen nochmal telefonieren, wenn der Alte Freund fünfzig wird und im nächsten Frühjahr wieder, wenn ich fünfzig werde. Na dann – gute Nacht.


Zaubertrank

21.07.2010

Weil ich als Kind nicht in den Zaubertrank gefallen bin, gibt’s ab und zu Magnesium. Auch Bürokollege H. schwört seit neuestem drauf. Er gelb, ich orange.

Magnesium in grellen Farben


Die Wunderwand der Woche – Nr. 19

18.07.2010

Als Hommage an die schier endlose Kreativität derjenigen, die bei Youtube eine Akustik-Version des guten, alten Oasis-Songs Wonderwall hochgeladen haben, gibt es jeden Sonntag die Wunderwand der Woche.

Heute von Shawni Shimbashi, die zugebenermaßen keine Amateurmusikerin mehr ist, sondern wohl schon eher zu den Profis gerechnet werden muss. Trotzdem, oder vor allem deshalb möchte ich Euch diese wundervolle Wunderwand nicht vorenthalten.


Altes Brot, mediterran

15.07.2010

Was hier auf dem Campingtisch auf unserem improvisierten Klappbalkon steht, ist dem Umstand geschuldet, dass sich im Brotkasten zahlreich altes Weißbrot türmte und die Hitze nachhaltig mediterrane Küche einforderte. Also war Bruscetta mit italienisch Zutatlichem das Gebot der Abendbrotstunde.

Mediterranes mit altem Brot

Ich darf von links nach rechts vorstellen:
In Olivenöl gebratene Zucchinischeiben, Mineralwasser (Frankenbrunnen), Salzmühle, Rotwein (Merlot), marinierte Tomaten, Shrimpsmarinade (aus Olivenöl, Honig , scharfer Asiasoße und Knoblauch), marinierte Shrimps (in vorgenannter Marinade plus Zitrone, Chili und Petersilie), Kräuteroliven, in Olivenöl gebratenes, altes Weißbrot unterschiedlichster Provenienz.
Nicht zu sehen, weil auf dem Katzenkratzbaum Serviertisch nebenan: Prosciutto di Parma und Prosciutto cotto, sowie Gorgonzola (natürlich mit Mascarpone verfeinert).

Die Zubereitung aller Speisen dauert übrigens nicht länger als zwanzig Minuten.


The Fabulous City Park Ramplers

12.07.2010

Gitarren, Trommel, Blues Harp, Getränke, Sonnenbrille, schickes Schuhwerk - alles da


Béla Réthy Poetry Slam

11.07.2010

Wie versprochen, wenn auch ohne Beteiligung von Schland.

  • Wie soll er heute abend das Spiel pfeifen? Er bekommt zu Hause nicht mal die Kinder in den Griff (Schiedsrichterfrau über ihren Schiedsrichtermann).
  • Noch kein durchdachter Angriff, bzw. wenn die Angriffe durchdacht waren, wurden sie unterbunden.
  • Sie beginnen mit einer bestimmten Formation, um sie nach ein paar Minuten zu verändern und dann wieder zur Ausgangsformation zurückzukehren – oder auch nicht.
  • Puyol holt sich die zweite gelbe Karte ab in diesem Spiel. Also nicht er persönlich, sondern insgesamt.
  • Das ist hart an der Grenze zu einer weit dunkleren Farbe, als Gelb.
  • Er sucht seine Karte und findet die Gelbe – immer mehr Rudelbildung.
  • Den eigenen Mann umgehauen – jetzt foulen sie sich schon gegenseitig. Ein knüppelhartes Duell.
  • Wir werden aber einen Sieger haben und möglicherweise schießt mal einer ein Tor hier.
  • Klar geht’s um viel, aber möglicherweise könnte man versuchen, Weltmeister zu werden mit fußballerischen Mitteln.
  • Van Bommel mit einem Foul – Marke Light-Version.
  • Ein Kampf – Mann gegen Mann, nicht immer mit Ball.
  • Holland lässt Spanien nicht ins Spiel kommen, kommt aber dabei selbst nicht ins Spiel.
  • Er steht im Tor und sie dahinter und nach dem Spiel führt sie Interviews mit ihm – per Sie (über die Frau des spanischen Torhüters Cassillas, die Reporterin ist).
  • Alles, was wir von diesen Mannschaften kennen, müssen wir verschieben.
  • Als Zwischenzeugnis nach 45 Minuten kann man nur sagen: versetzungsgefährdet.
  • Die Lieblingsbeschäftigung von Howard Webb (Schiedsrichter) ist die Kommunikation.
  • Wie Tarzan steigt er da hoch.
  • Außerhalb erwischt er ihn, aber er erwischt ihn.
  • Das Spiel bezieht seine Qualität jetzt durch die Dramatik.
  • Aber sofort die Rückeroberung und die Rückrückeroberung und dann das Foul.
  • Spanien ist sehr, sehr schwer verwundbar und sehr selten.
  • Die Niederlande bauen auf die Physis vielleicht, auf die Kampfkraft oder auf einen Konter.
  • Drei Spanier waren zwei zu viel.
  • Diese extreme Verlangsamung klärt weniger auf, als die reale Geschwindigkeit.
  • Der Mann ist so uneigensinnig, dass er vergisst, das Tor zu schießen.
  • Versammelte Königshäuser, bunt gemischt – ihre Mienen drücken aus, was sie noch nicht wissen, was sie noch nicht wissen können: wer wem nachher gratuliert.
  • Eine Gelbverhältnis von 6:3 zugunsten der Niederländer.
  • So, noch ne Viertelstunde, liebe Zuschauer. Wenn wir dann noch keinen Weltmeister haben, dann suchen wir uns einen – im Elfmeterschießen.
  • Diese Unzahl von gelben Karten konnte auf die Dauer auch nicht gut gehen.
  • Van der Vaart kommt angeflogen, wie ein Düsenjet.
  • Ist das der Schuss, der die Männer in Rot Gelb Rot, die heute in Blau spielen zum Weltmeister macht?

Danke, Béla!!!


Die Wunderwand der Woche – Nr. 18

11.07.2010

Als Hommage an die schier endlose Kreativität derjenigen, die bei Youtube eine Akustik-Version des guten, alten Oasis-Songs Wonderwall hochgeladen haben, gibt es jeden Sonntag die Wunderwand der Woche.

Heute: Eine wunderbare Version, ganz ohne Gitarre, dafür mit Piano und viel Gefühl.


Blutiges Debüt

10.07.2010

Manchmal ist es wie verhext. Ich sitze vor’m Fernseher. Vor Müdigkeit zieht es mir die Augen zu. Ich bin gerade dabei, noch einmal alle Programme durchzuschalten, als ein Film beginnt mit der Warnung: Dieser Film ist für Zuschauer unter 18 Jahren nicht geeignet.
Natürlich schalte ich nach solch einer Meldung nicht gleich weiter, sondern lese erst einmal die Filmbeschreibung und als ich gestern Nacht den Namen Coen und das Wort Debüt gelesen habe, war an Schlaf natürlich nicht mehr zu denken. 

Blood Simple heißt das erste (Meister)Werk der Gebrüder Coen, deren skuril-krude Filme mich bisher noch alle begeistert haben. Der Liebsten und mein Lieblingsfilm der beiden ist O Brother, Where Art Thou?, mit diesem Wahnsinns-Countrysong I’m a Man of constant Sorrow und unserem Lieblings-Filmzitat: Wir dachten, Du wärst eine Krööööte

Gebrüder Coen - Quelle: Wikipedia

Mein persönlicher Lieblings-Coen-Film ist Fargo und das gestern gezeigte Debüt Blood Simple aus dem Jahre 1984 kommt diesem Film wohl am nächsten, nicht nur deshalb, weil Frances McDormand – übrigens die Ehefrau von Joel Coen – in beiden Filmen mitspielt. 

Was Blood Simple unter anderem so einmalig macht, ist die tiefe, tiefe Verbeugung von Ethan und Joel Coen vor ihrem Vorbild Alfred Hitchcock. In ihrem Erstlingswerk haben die beiden nahezu sämtliche Details aus Hitchcocks Suspense-Werkstatt verarbeitet. Ich gestehe, für jemanden, der wie ich den Film gestern zum ersten Mal gesehen hat, waren viele dieser Anleihen gar nicht zu erkennen, aber in einer hervorragenden Filmkritik von Jessica Ridders (hier der LINK) wird so manches aufgedeckt, worauf ich beim nächsten Mal – und es gibt bestimmt ein nächstes Mal !!!! - besonders achten werde. 

Jedenfalls ist bereits bei diesem ersten Film, der übrigens eine Low-Budget Produktion war, jene Coen-typische Art absurt abstrusen Humors erkennbar, die sich in sämtlichen, nachfolgenden Filmen der Gebrüder in zig Variationen wiederfindet.
So fiele beispielsweise niemandem ein, eine Szene, bei der jemand lebendig begraben wird, lustig zu finden. Bei Blood Simple muss man aber einfach kichern, wenn auch hinter mindestens zwei vorgehaltenen Händen. 

Blutig geht’s zu, bei Blood Simple, aber nicht blutrünstig. Irrungen, Wirrungen, mehrfachen Wendungen und auch der eine oder andere Running Gag münden schließlich in einen fulminanten, nervenaufreibend spannenden Showdown, bei dem selbst der Schlussdialog zwischen Täter und Opfer (wer ist eigentlich wer) noch einmal einen Aha-Effekt auslößt und damit einen letzten Contrapunkt setzt. 

Ganz großes Kino und bei der subtropischen Hitze, die derzeit in Schland herrscht, das einzige, was man in einem völlig überheizten Haus bei offenen Fenstern und Türen sinnvoll tun kann: fernsehen bis zum Morgengrauen.