Was die Welt im Inneren zusammenhält

27.04.2012

SpOn meldet heute:
Kernforschungszentrum: Cern-Physiker finden bisher unbekanntes Teilchen.
Physiker haben mit Hilfe des Teilchenbeschleunigers LHC ein bisher unbekanntes Partikel nachgewiesen. Es gehört zu den Baryonen – und ist ein besonders exotisches Gebilde … bla bla bla

Kommentar im Forum:
Ich wette, die Putzfrau hat nur ihren Lappen im Beschleuniger vergessen …


Alles ist Golf, Teil 5: Burn! Your! Books!

27.04.2012

Als ich vor mehr als zwanzig Jahren mit dem Golfsport begann, hatte ich meine erste Trainerstunde bei einem kanadischen Professional. Dieser war von unserem damaligen Clubmeister und Clubmitbegründer nach Deutschland geholt worden, um uns, den Bloody Germans, die wir in Sachen Golf noch gänzlich unbeleckt waren, beizubringen, wie man den Schläger richtig schwingt.

Wochen und Monate vor dieser ersten Lehrstunde hatte ich bereits die Wiesen und Äcker der Umgebung mit einem Eisen 3 umgepflügt und mir im Selbststudium aus Büchern eine Art Golfschwung beigebracht, der den kanadischen Trainer zu einem mitleidigen Lächeln und zu der Bemerkung veranlasste: „Burn! Your! Books!“.
Sein mitleidiges Lächeln quittierte ich daraufhin mit einem gequälten Lächeln und ließ in den nachfolgenden zehn Trainerstunden all das über mich ergehen, was mittelmäßig begabte und in viel zu hohem Alter mit dem Golfsport beginnende Unprofessionals so über sich ergehen lassen müssen, wenn sie die sogenannte Platzreife erlangen wollen, nur um am Ende wieder genauso zu schwingen, wie vor der ersten Trainerstunde, vielleicht ein wenig kontrollierter und zielgerichteter.

Nach diesen zehn Stunden, die damals für die Platzreifeprüfung ebenso verpflichtend waren, wie heutzutage die Nacht- und Autobahnfahrten für die Führerscheinprüfung, habe ich nie mehr einen Trainer aufgesucht. Seither drehe ich als ungeschliffener Diamant meine Golfrunden und beantworte das kleine Manko, den Ball nicht allzu weit zu schlagen spielerisch damit, dies relativ präzise zu tun und verbal mit dem Satz: Golf ist ein Zielsport, kein Weitensport.

Wasser auf meine Mühlen in Sachen fortgeschrittener und fortschreitender Trainerignoranz war der Umstand, dass heuer ein gewisser Bubba Watson das berühmteste Golfturnier der Welt, die US-Masters in Augusta, gewonnen hat. Watson hat nämlich, wie lautbar wurde, in seinem Leben nie eine Trainerstunde gehabt. Angeblich lernte er das Golfen, indem er abgenutzte Bälle einer nahe gelegenen Übungswiese mit einem gekürzten Schläger seines Vaters über das Haus seiner Eltern gedroschen hat und sich daraus sein eigenwilliger Golfschwung entwickelte.

Dass der Golfsport nicht unbedingt etwas mit Talent zu tun haben muss, versucht übrigens dieser Tage der Amerikaner Dan McLaughlin zu beweisen. Mit seinem Experiment The Dan Plan will er, der bis vor kurzem noch nie eine Golfrunde absolviert hat, nach 10.000 Trainingsstunden, jeweils sechs Stunden pro Tag, sechs Tage die Woche, sechs Jahre lang, im Jahr 2016 auf der amerikanischen Profi-Tour spielen und sogar ein Turnier gewinnen.
Die Theorie, dass dies zu schaffen ist, stammt von einem schwedischen Professor, der diese, seine Erkenntnisse nicht nur auf den Golfsport beschränkt wissen möchte, sondern auch auf andere Lebensbereiche wie beispielsweise den Aktienhandel oder das Erlernen von Musikinstrumenten. Die beiden Bücher, in denen solch ketzerisches Gedankengut steht, hat Dan natürlich gelesen und daraufhin sofort The Dan Plan ins Leben gerufen.

Gerne würde ich Dan einmal treffen, der jetzt in dem Alter ist, in dem ich damals war, als ich mit dieser merkwürdigen Freizeitbeschäftigung begann. Natürlich müsste er die beiden Bücher mitbringen. Wir würden uns an einem lauschigen Sommerabend ans Lagerfeuer in meinem Garten setzen, ein Lagerfeuer übrigens, das sich seit Beginn meiner Golfkarriere immer noch aus den einst zahlreich angeschafften Golfbüchern speist und Dan würde nachdem er sich eine Nacht lang die Geschichte meiner Golfkarriere angehört hat, freiwillig seine beiden Bücher ins Feuer werfen, auf dass es uns bis zum Morgengrauen wohlige Wärme spende. Er würde sich mit seiner Freundin versöhnen, die ihn aufgrund seiner Spinnereien verlassen hat, er würde wieder in seinem alten Beruf arbeiten, den er für The Dan Plan aufgegeben hat und er würde am Wochenende eine gepflegte Runde Golf mit seinen Kumpeln spielen. So wie es sich gehört!

Dieser Artikel erschien am 10. Mai 2012 auch bei kolumnen.de

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Mehr Kolumnen aus der losen Reihe Alles ist Golf:

Teil 1 – Die kleine weiße Sau
Teil 2 – Swingerclub
Teil 3 – Join the Flight
Teil 4 – Shit happens


AchSchlecht

05.04.2012

Spendenaufruf und Werbung bei AchGut


Muss man erstmal verarbeiten, aber generell leicht zugänglich

04.04.2012

Vor Spam-Kommentaren schützt hier bei WordPress das Tool Akismet.  Bevor ich die Spams lösche, mache ich immer noch mal eine Sichtkontrolle, falls aus Versehen einmal ein Kommentar von Marcel Reich-Ranicki als Spam markiert wurde.
Und siehe da, manchmal befindet sich darunter eine echte Perle:

Das ist mal ein interessanter Artikel, besten Dank. Muss man erstmal verarbeiten. Generell finde ich diesen Blog leicht zugaenglich.


Auf der Suche nach der geheimen Bonusgeschichte – Reloaded

29.03.2012

Weil’s gestern in Bayreuth so schön war und sich die gestrige Lesung kaum von der Lesung vor zwei Jahren in Nürnberg unterschied und ich ein fauler Hund bin, hier noch einmal Harry Rowohlt, wie er leibt und lebt und raunzt und kauzt.

Einfach Nürnberger Hubertussaal durch Das Zentrum in Bayreuth ersetzen und Gostenhofener Buchhandlung durch Hugendubel, schon stimmt (fast) alles wieder.

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Harry Rowohlt - Bleistiftzeichnung von Edward B. Gordon

Diese Bleistiftzeichnung von Edward B. Gordon hängt bei uns im Wohnzimmer und zeigt Harry Rowohlt, der sich im Sommer letzten Jahres von dem Berliner Maler hat in Öl malen lassen.
Eine der zahlreichen Skizzen, die Gordon dafür angefertigt hat, konnte ich käuflich erwerben und habe sie der Liebsten – größter Harry Rowohlt Fan unter der Sonne – zum Geburtstag geschenkt. Dazu eine Eintrittskarte zu einer Lesung, die gestern im Nürnberger Hubertussaal stattgefunden hat.

Von wegen Lesung. Wenn Harry Rowohlt eine Bühne betritt, ist das mindestens eine Performance, wenn nicht sogar etwas ganz anderes, wofür noch ein eigener Begriff zu finden wäre.

Nach einer Anschleimphase, wie Rowohlt den jeweils einführenden Teil seiner Auftritte nennt und die er deshalb macht, weil am Anfang ständig mit Fotoapparaten herumgeblitzt wird und er dann, würde er schon lesen, nichts mehr sehen könne und fürchterlich ins Rudern komme, nach dieser Anschleimphase, die darin bestand, dass er die Anschleimphasen der letzten Veranstaltungsorte Mülheim und Bielefeld Revue passieren ließ, wir hier in Nürnberg also um eine eigenständige Anschleimphase sozusagen betrogen wurden, begann es klassisch mit der Neuübersetzung eines Kinderbuches, das demnächst erscheinen wird.
Darin geht es um einen griesgrämigen, verlotterten, alten Mann, in dessen Haus sich Müll und Dreck stapeln, dessen Garten aber zu den schönsten der Stadt zählt, allerdings nicht deshalb, weil er gerne gärtnern würde, sondern weil eine lästige Fee dem Alten droht, ihn mit einer Bratpfanne zu verprügeln, wenn er nicht seinen Garten in Ordnung hält. Schön skurril und in der rowohltschen Übersetzungssprache, die, da kann man behaupten, was man will, eine Sprache mit eigener Musik, eigenen Schwingungen und eigenständigen Nuancen allerfeinster Fabulierkunst ist. Rowohlt las aus dieser Geschichte den Anfang und …

… den Schluss – drei Pünktchen, ein Stilmittel zur Steigerung eines Spannungsbogens, inbegriffen.

Dieser Schluss hatte es dann allerdings auch in sich, bestand er doch hauptsächlich aus leeren Seiten und dem Hinweis darauf, dass auf gar keinen Fall eine geheime Bonusgeschichte folgen würde, niemals, unter keinen Umständen, man bräuchte gar nicht darauf zu hoffen oder zu warten und was der Leser denn immer noch hier wolle, jetzt sei definitiv Ende und Schluss, das hier sei die absolut letzte Seite des Buches … (leere Seite, drei Pünktchen) bis nach allen Beteuerungen !natürlich! eine geheime Bonusgeschichte folgte.

Das alles darf man sich nicht vorstellen, wie wenn ein alter, in Ehren ergrauter Mann mit Nikolausbart aus einem Buch vorliest, sondern als ein Schauspiel, bei dem jedes Blinzeln, jedes Heben der Augenbraue, jedes Scharren mit den Füßen und jede vermeintlich ungelenke Bewegung choreographiert zu sein scheint und damit Text, Gestik und Stimmlage zu einer wahrhaftigen Rowohltinee verschmelzen – hach, es findet sich doch für alles ein passendes Wort.

Signierstunde mit Harry Rowohlt

Nach der Kindergeschichte las Rowohlt noch einige Texte aus seiner Zeit-Kolumne Pooh’s Corner und pünktlich um 21.12 Uhr, wie von ihm gleich am Anfang angekündigt, gab es eine Pause zum Wohlgefallen der Gastronomie und der mit einem Bücherstand vertretenen Gostenhofer Buchhandlung, die als Veranstalter aufgetreten war und die Rowohlt mehrfach, brav erwähnte, um daraufhin bienenfleißig Bücher zu signieren.

Das Highlight im zweiten Teil der Veranstaltung war zweifelsohne die Kolumne über den Staatsempfang für den irischen Präsidenten im Schloss Bellevue, bei dem Harry Rowohlt zusammen mit der Schauspielerin des Jahres 2007 Judith Rosmair zugegen war.
Ja, die rororo Reihe gebe es noch, versicherte er auf dieser Party dem DGB Bundesvor- und an jenem Abend an Rowohlts Tisch sitzenden Sommer und ja, die Krimireihe auch. Nach einer etwas despektierlichen Äußerung zur Innenausstattung des Schlosses wurde er von einer Tischnachbarin gefragt, ob er wohl der Quotenmann von der Straße sei, während sich zwei Tische weiter Frau Rosmair rosa Getränken hingab und sich darin versuchte, seine Exzellenz, den Apostolischen Nuntius, unter den Tisch zu saufen, obwohl dieser wie angeblich die meisten hohen katholischen Würdenträger eine Prostata von der Größe eines Baguette-Brötchens haben soll.

Die Verabschiedungsszene, bei der die irische Präsidentengattin angestrengt freundlich immer und immer wieder die gleiche Gesichtsmotorik abspulte, bei Herrn Rowohlt allerdings eine Ausnahme machte indem sie einem kurzen, hysterischen Lachen anheim fiel, weil Herrn Rowohlt es gefallen hatte, etwas anzügliches oder anderweitig gesellschaftsunfähiges von sich zu geben (woran er sich aber beim besten Willen nicht mehr erinnern kann) ist angeblich sogar in einem Film über deutsche Schlösser verewigt, der ab und zu auf Phoenix oder dem ZDF-infokanal zu sehen ist. Herrlich auch hier Rowohlts Gabe, Stimmen zu imitieren, Szenen nicht einfach nur abzulesen, sondern mimisch und mit vielen geheimen Bonusgeschichten, die nicht auf dem Papier standen, anzureichern.

Nach einer großartigen Gesangseinlage irischer – und deutscher A- und B-Hymnen, deren Übersetzungen ins Deutsche Rowohlts Kumpel Bill Ramsey einst zu der Äußerung veranlassten: Die klingen im Deutschen ja noch beschissener, als im Englischen, folgten zum Schluss noch Verstrickungen, Verknickungen und Verzwickungen in Sachen lost in translation, einer ganz speziellen Übersetzer-Kolumnenreihe aus dem Literaturmagazin der Zeit. Als Zugabe, bei der Harry es uns ersparte, uns die Hände wund zu klatschten, indem er statt, wie auf den Bühnen dieser Welt üblich, hinaus ging und wieder herein kam, sondern einfach sitzen blieb, trug er noch einige wunderbare Kindergedichte vor, zuerst im englischen Original, dann in der äußerst gelungenen, manchmal aberwitzigen, aber immer treffenden, deutschen Übersetzung.

Und dann war es auch schon 23:30 Uhr. Geschlagene drei Stunden hatten wir gebannt einem Mann gelauscht, der am Anfang damit kokettiert hatte, sein Zahnprovisorium, das er seit ein paar Tagen im Mund trägt, würde nicht halten und man hätte für das Gezischel, das er abliefern würde, eigentlich keinen Eintritt verlangen dürfen.
Keine Sorge, Herr Rowohlt, dieser Abend war jeden Euro wert und wenn wir beim nächsten Mal auch noch unsere eigene Anschleimphase bekommen, sind wir rundum zufrieden.


Wer ist diese Frau?

28.03.2012

Dauer-Anstalts-Insassin

Diese Dame saß bisher noch in jeder Sendung von Neues aus der Anstalt im Publikum. Wie kommt die immer wieder an Karten? Das Zeitfenster für den Kartenverkauf ist so klein und der Internet-Traffic während des Vorverkaufs so hoch, dass es quasi unmöglich ist, Karten zu bekommen. Und diese Frau sitzt jetzt seit 50 Sendungen im Zuschauerraum. Was soll ich davon halten? Ich will da auch mal hin. Was macht diese Frau anders?

Antworten bitte im Kommentarbereich – Danke!


Die Wahrheit steht am Bahnhof

14.03.2012

Ich nehme an, der Graffiti-Künstler hat nicht den FC Basel gemeint


Passend zur gestrigen Zapfenstreichung

09.03.2012

Bring den Vorschlaghammer mit


Hinter Huchting ist ein Graben, in den sich einer übergibt

02.03.2012

Wo zum Teufel liegt Delmenhorst?


Don’t think twice – it’s all right

23.02.2012

Mein erster 6-Spur-Mix, aufgenommen und abgemischt mit nagelneuem ZOOM R16 in den berühmten Abbey Road AxeAge Studios.

AxeAge Studios


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